Wie geht guter Sex? – Teil 1/4: Was ist Vanilla-Sex?

Dieser Begriff wurde von der BDSM-Szene entwickelt und bezeichnet die häufigste sexuelle Spielart unter Menschen, also Sex ohne Kontrollaustausch, bei dem alle Beteiligten auf derselben Stufe stehen – im Gegensatz zu BDSM. Der Ausdruck Vanilla ist neutral, nicht abwertend, und sollte auch so verwendet werden.

Leider wird der Begriff Vanilla-Sex entgegen seiner Bedeutung auch abwertend verwendet, und zwar dann, wenn er mit den Begriffen Blümchen-Sex und Kuschel-Sex gleichgesetzt wird. Das ist falsch, denn Blümchen-Sex bezeichnet eben nicht Vanilla-Sex, sondern durchschnittlich langweiligen oder schlechten Sex von Menschen, die nicht fähig sind, über ihre sexuellen Bedürfnisse und Fantasien (ausreichend) zu kommunizieren. Eine Variante von Blümchen-Sex ist Kuschel-Sex, bei dem die Beteiligten zwar ihre Genitalien ineinander stecken/aneinander reiben, jedoch das Ziel nicht sexuelle Lust, sondern gemeinsames Kuscheln ist (das wegen der Verwechslung von Sex und Liebe ohne Sex viel besser funktionieren würde, aber das scheinen diese Menschen nicht zu wissen). Bei Kuschel-Sex können die Beteiligten zwar das Kuscheln genießen – der nebenbei stattfindende Sex ist dadurch jedoch garantiert nicht aufregend, und im Wiederholungsfall langweilig.

Dabei benutzen insbesondere Szenegänger_innen der BDSM-Szene Vanilla-Sex und Blümchen-Sex/Kuschel-Sex gleichbedeutend und werten dadurch Vanilla-Sex ab. Da diese Doppelbedeutung existiert, empfehle ich, in einem Gespräch nachzufragen, welche Bedeutung jetzt gemeint ist. Meistens erschließt sich das jedoch ohnehin aus dem Kontext: Ist es eine neutrale Unterhaltung oder wird über einen „gemeinsamen Feind“ geschimpft?