Die Poly-Szene – Teil 7/7: Verlasst die Poly-Szene!

Meine eigenes polyamores Beziehungsleben wurde erst ab dem Zeitpunkt stabil und dauerhaft schön, als wir eine romantisch geschlossene Triade wurden und mit dieser Entscheidung gemeinsam aus der polyamoren Lüge ausstiegen.

Als ich die Veränderung meinen (angeblichen) Freundschaften und (angeblichen) guten Bekanntschaften auf Poly-Veranstaltungen mitteilte, wurde ich von einer Sekunde auf die andere feindselig angestarrt, geschnitten, gemieden und teilweise sogar offen angefeindet: Menschen versuchten uns in Triaden- oder in Pärchenformation aktiv auseinander zu bringen, um damit wieder die ursprüngliche romantische Offenheit herzustellen. Dies geschah durch Aufforderung, nicht beieinander zu sitzen, „nicht so viel Pärchen-Getue zu zeigen“, oder gar durch bewusstes Dazwischenstellen und Abpassen von meiner Freundin und mir von Arschlöchern in der Rolle „Mann“.

Mein Freund wurde von Männern in der Poly-Szene besonders offen angefeindet – nicht nur durch das übliche Wegdrängen, sondern auch durch abwertende Bemerkungen. Offenbar wurde er als der alleinige Grund wahrgenommen, dass ich nun nicht mehr romantisch ansprechbar war und daher nicht mehr in „Kuschelhaufen“ anzutreffen war. Dass ich oder meine Freundin uns genauso bewusst wie er für unsere Konstellation und romantisch geschlossene Ausrichtung entschieden haben, das war ganz offensichtlich uninteressant. Der zugrundeliegende Gedankengang wird aufgrund der unbewusst herrschenden Frauenverachtung wohl gewesen sein: „Die sind eh nur Frauen, deren Beziehung zueinander zählt nicht. Sie sind nur etwas wert, solange sie für Hetero-Bedürfnisse romantisch ansprechbar und daher verarschbar sind.“

Ich habe seitdem die Poly-Szene verlassen und kann jedem Menschen nur raten, schleunigst das Weite vor dieser übergriffigen und Unglück fördernden Subkultur zu suchen!